Die Mental Health Alliance ist eine bundesweite Bewegung für ein System, das stärkt, bevor es behandelt. Die Allianz vereint führende Akteur:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und junge Menschen, um mentale Gesundheit als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe zu verankern. Initiiert und unterstützt von der alv Foundation, Beisheim Stiftung, Bertelsmann Stiftung, krisenchat, ProjectTogether und der Robert Bosch Stiftung.
Mentale Gesundheit jetzt und für alle.
Für ein System, das stärkt, bevor es behandelt.
Wir entwickeln gemeinsam tragfähige Strukturen für Gesundheitsförderung, Prävention, frühe Unterstützung und psychische Gesundheit – über alle Lebenswelten hinweg, insbesondere für junge Menschen.
Wir bauen auf bestehender Praxis auf, bündeln Kräfte und stärken das Zusammenspiel wirksamer Ansätze, damit Unterstützung früher, vernetzter und nachhaltiger greift.
Wir sind eine bundesweite, lernende Allianz, die Praxis, Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und junge Menschen verbindet.
Das übersehene Fundament:
Mentale Gesundheit im Mittelpunkt
Mentale Gesundheit im Mittelpunkt
Wir wissen: Mentale Gesundheit ist das Fundament für ein selbstbestimmtes und selbstwirksames Leben, eine resiliente Gesellschaft, eine leistungsfähige Wirtschaft und ein demokratisches Mitwirken.
Und trotzdem ist mentale Gesundheit noch immer ein Randthema.
Über 3,5 Mio.
Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von psychischen Problemen betroffen – mehr als jede:r Fünfte zeigt psychische Auffälligkeiten.
Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen seit Jahren zu. Studien zeigen eine deutliche Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und eine Zunahme psychischer Auffälligkeiten – verstärkt durch Multikrisen, Unsicherheit, soziale Spannungen und digitale Dynamiken.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur einzelne Gruppen, sondern einen relevanten Teil der jungen Generation und stellt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar.
Bis zu 75 %
aller psychischen Erkrankungen zeigen erste Symptome vor dem 25. Lebensjahr, rund 50 % bereits vor dem 14. Lebensjahr – Hilfe setzt jedoch oft erst später ein.
Der richtige Zeitpunkt für Unterstützung wird systematisch verfehlt. Frühe Warnsignale psychischer Belastung werden häufig nicht erkannt oder nicht aufgegriffen. Unterstützungsangebote greifen meist erst, wenn Probleme sich verfestigt oder chronifiziert haben.
Dabei zeigen internationale Studien klar: Konsequente Prävention und niedrigschwellige Frühinterventionen sind deutlich wirksamer als spätere Behandlungen. Das derzeitige System nutzt diese Zeitfenster jedoch nur unzureichend.
Besonders gefährdet sind Kinder psychisch erkrankter Eltern: In Deutschland wachsen etwa 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil auf. Sie haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln.
Rund 147 Mrd. €
an direkten und indirekten Kosten verursachen psychische Erkrankungen in Deutschland jährlich.
Nicht-Handeln verursacht enormes Leid – und enorme Kosten. Neben individuellem Leid und sozialer Isolation führen psychische Erkrankungen zu Schulabbrüchen, Arbeitsausfällen und langfristigen Folgekosten für Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftssysteme. Die ökonomische Belastung entsteht vor allem durch krankheitsbedingte Produktivitätsverluste und verpasste Bildungs- und Teilhabechancen mit langfristigen Folgen. Frühzeitige Unterstützung ist daher nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch sinnvoll.
Nur 4,8 %
der Gesundheitsausgaben fließen in Prävention – Deutschland liegt auf Platz 17 von 18 im Public Health Index.
Wir investieren Milliarden in ein teures, starres Krankheitsbehandlungssystem – aber zu wenig in ein Gesundheitssystem, das Krankheit verhindern könnte.
Deutschland leistet sich im internationalen Vergleich viele Krankenhausbetten. Beratungs- und Unterstützungsangebote, Frühinterventionen und Hilfezugänge existieren – wenn überhaupt – oft nur projektbasiert und ohne systemischen Weitblick.
Zugleich arbeiten Jugendhilfe, Bildung, Gesundheitsförderung, psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung und digitale Angebote oft nebeneinander statt vernetzt. Unklare Zuständigkeiten und fehlende Koordination erschweren passgenaue Unterstützung – besonders an Übergängen und für junge Menschen mit komplexen Belastungen. Auch der Wissenschaftsrat betont die strukturelle Unterfinanzierung und fehlende Steuerungsfähigkeit präventiver Angebote.
Quellen
All das ist kein Erkenntnisproblem.
Gute Ansätze existieren.
Was fehlt, sind verbindende Strukturen: gemeinsame Strategien, nachhaltige Finanzierung, klare rechtliche Grundlagen und Räume für übergreifendes Handeln.
Entscheidend ist jetzt, was wir daraus gemeinsam machen.
Für ein System der mentalen Gesundheit,
das stärkt, bevor es behandelt
Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der Wohlbefinden und psychische Gesundheit als selbstverständlicher Bestandteil eines resilienten und zukunftsfähigen Gemeinwesens gelten – als Querschnittsaufgabe in allen Politik- und Lebensbereichen („Mental Health in All Policies“). Eine Gesellschaft, in der gesunde Rahmenbedingungen und frühe Unterstützung dafür sorgen, dass Menschen – insbesondere Kinder und Jugendliche – unabhängig von Herkunft oder Lebenslage gestärkt aufwachsen, lernen und leben können.
Dafür braucht es einen grundlegenden Perspektivwechsel
Weg von einem reaktiven Krankheitssystem, hin zu einem präventiven, bedarfsorientierten und abgestimmten System der mentalen Gesundheit, das Gesundheitsförderung, Prävention, Frühintervention und Versorgung über alle Lebenswelten hinweg zusammen denkt und umsetzt.
Stepped Prevention & Care Modell
Frühintervention
universelle Prävention
in allen Lebenswelten stärken
– Ausbau und gesetzliche Absicherung präventiver Angebote (Stufen 1 und 2)
– Aufbau durchlässiger, koordinierter und bedarfsorientierter Versorgungspfade durch bessere Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den Stufen
Jetzt ist Zeit für Umsetzung
Der größte Hebel liegt dort, wo Unterstützung früh beginnt. Unser Fokus liegt auf der nachhaltigen Verankerung von Gesundheitsförderung, Prävention und früher Unterstützung in den Lebenswelten junger Menschen, in enger Verbindung mit Versorgung. Dafür bündeln wir Kräfte in ausgewählten Wirkungsfeldern.
Strukturelle, rechtliche und finanzielle Voraussetzungen schaffen, damit frühe Unterstützung und ein gestuftes System von Gesundheitsförderung, Prävention und Frühintervention bis hin zur Versorgung & Rehabilitation möglich werden.
Ziel ist es, bundesweite Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass Prävention, Gesundheitsförderung und frühe Unterstützung systematisch gestärkt werden.
Psychische Gesundheit darf nicht vom Engagement Einzelner oder von Modellprojekten abhängen. Sie braucht klare Zuständigkeiten, verlässliche Finanzierung und rechtliche Grundlagen.
Konkrete Ziele
- Internationale Modelle anschlussfähig machen: Erfolgreiche internationale Stepped-Care- und Youth-Mental-Health-Modelle analysieren und in das deutsche System übersetzen.
- Tragfähige Finanzierungsmodelle entwickeln: Finanzierungsoptionen identifizieren, die Gesundheitsförderung, Prävention, Frühintervention und koordinierte Versorgung dauerhaft ermöglichen.
- Rechtliche Hebel konkretisieren: Ansatzpunkte für Anpassungen bestehender Rechtsrahmen (z. B. SGB V, VIII, IX und angrenzende Bereiche) ausarbeiten.
Ganzheitliche regionale Modelle aufbauen, begleiten oder skalieren, in denen Gesundheitsförderung, Prävention, Frühintervention und Versorgung systematisch zusammenspielen.
Ziel ist es, zu zeigen, wie mentale Gesundheit dort gestärkt werden kann, wo Menschen leben und sich bewegen: in Kommunen, Schulen, Familien, außerschulischen Aktivitäten, im digitalen Raum und in regionalen Netzwerken.
Viele Kommunen entwickeln bereits heute gute Ansätze – doch sie bleiben oft isoliert. Wir unterstützen Regionen dabei, Gesundheitsförderung, Prävention, Frühintervention und Versorgung systematisch miteinander zu verbinden und daraus übertragbare Modelle zu entwickeln, wie auch gesunde Rahmenbedingungen aufzubauen.
Konkrete Ziele in diesem Wirkungsfeld:
- Pionierkommunen begleiten und übertragbare Konzepte entwickeln: Pionierkommunen beim systematischen Aufbau gestufter Präventions- und Frühinterventionsstrukturen begleiten, ihre Ansätze sichtbar machen und als übertragbare Konzepte aufbereiten – um Nachnutzung in anderen Regionen zu fördern.
- Regionalen Austausch und Skalierung ermöglichen: Erfolgreiche kommunale Ansätze bekanntmachen, Lernformate zwischen Regionen organisieren und Kommunen bei der Adaption bewährter Konzepte unterstützen.
- Transparenz und Koordination vor Ort stärken: Regional vernetzte und digitale Angebotsstrukturen und -datenbanken aufbauen, die Orientierung schaffen, Zugangswege vereinfachen und koordinierte Steuerung ermöglichen – in enger Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren.
- Gesunde Einrichtungen stärken: Bildungseinrichtungen, deren Fachkräfte und Angebote der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe darin stärken, mentale Gesundheit und Wohlbefinden als Teil ihres institutionellen Auftrags zu leben – eingebettet in ein vernetztes System früher Unterstützung.
Gleichzeitig behalten wir neue Entwicklungen im Blick, die die mentale Gesundheit junger Menschen künftig maßgeblich prägen werden.
Dazu gehören insbesondere der verantwortungsvolle Einsatz von KI und digitalen Unterstützungsangeboten, die Regulierung und Gestaltung digitaler Räume und sozialer Medien sowie der gesunde Übergang junger Menschen von Schule, Ausbildung und Studium in die Arbeitswelt.
Good Practices und Studien, die zeigen, was möglich ist
Viele Antworten auf die aktuellen Herausforderungen existieren bereits – in Regionen, in Einrichtungen, in anderen Ländern und in der Forschung.
Entscheidend ist, sie sichtbar zu machen, davon zu lernen und sie systematisch für den deutschen Kontext weiterzuentwickeln.
Headspace
Nationales Netzwerk mit 150+ regionalen Anlaufstellen für 12–25-Jährige, ergänzt durch digitale Angebote. Headspace bietet niedrigschwellige One-Stop-Services für mentale Gesundheit, psychosoziale Beratung sowie Bildungs- und Übergangsfragen. Internationale Evaluationen zeigen gute Kosteneffektivität und hohe Zugänglichkeit.
Urban Mental Health
Forschungs- und Implementierungsansatz des DZPG, der psychische Gesundheit direkt in den Lebenswelten junger Menschen stärkt – in Kitas, Schulen und Jugendhilfe. Fachkräfte werden qualifiziert und Einrichtungen vernetzt zur Stärkung bestehender Strukturen. Das Projekt verbindet Verhaltens- und Verhältnisprävention mit psychotherapeutischer Versorgung – wissenschaftlich evaluiert, partizipativ entwickelt und auf Transfer ausgelegt.
Uns geht’s gut?
Bundesweite Kampagne von Schüler:innen, die die mentale Lage von über 7,5 Mio. Schüler:innen sichtbar macht. Sie thematisiert strukturelle Belastungen im Bildungssystem, entstigmatisiert mentale Gesundheit und formuliert klare politische Forderungen. Ein starkes Beispiel für Jugendbeteiligung als Treiber von Veränderung.
Wie wir arbeiten:
eine Bewegung aus der Praxis
Veränderung entsteht dort, wo Menschen Verantwortung teilen. Wir schaffen Räume für Vertrauen, bündeln Wissen aus unterschiedlichen Systemen und stärken das Zusammenspiel wirksamer Ansätze – damit mentale Gesundheit früher, vernetzter und wirksamer gefördert wird.
Die Grundprinzipien unserer Arbeit
Unsere Arbeit basiert auf einem gemeinsamen Werteverständnis. Diese Prinzipien leiten, wie wir zusammenarbeiten – und wie wir Veränderung möglich machen. Im Rahmen der Zusammenarbeit der Allianz gilt die Chatham House Rule.
Gemeinsam und
auf Augenhöhe
Veränderung entsteht nur im Miteinander.
Wir arbeiten partizipativ, respektvoll, sektoren- und parteiübergreifend – mit Raum für unterschiedliche Perspektiven aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und von jungen Menschen selbst.
Mutig und
verantwortungsvoll
Wir warten nicht auf perfekte Bedingungen.
Wir gehen mutig erste Schritte, testen Neues und übernehmen Verantwortung – immer mit dem Anspruch, sorgfältig, lernbereit und dem Gemeinwohl verpflichtet zu handeln.
Auf Bestehendem
aufbauen
Wir erfinden nicht neu, was bereits wirkt.
Statt Parallelstrukturen zu schaffen, würdigen, bündeln und stärken wir bestehende Praxis, Netzwerke und Erfahrungen – und helfen ihnen, zusammenzuwachsen.
Evidenzbasiert und
lernfähig
Wissen entsteht im Zusammenspiel.
Wissenschaftliche Evidenz, Praxiswissen und die Erfahrungen junger Menschen fließen gleichwertig ein. Wir lernen kontinuierlich – auch aus dem, was (noch) nicht funktioniert.
Umsetzungs- und
wirkungsorientiert
Wir denken vom Bedarf her – und vom Machbaren.
Unser Fokus liegt auf konkreten, anschlussfähigen Lösungen, die Wirkung entfalten: in Strukturen, Finanzierung, Governance und Praxis.
Partizipativ und
menschenzentriert
Junge Menschen sind keine Zielgruppe am Rand, sondern aktive Mitgestalter:innen unserer Arbeit. Ihr Erleben und ihre Perspektiven werden strukturiert in die Wirkweise eingebunden.
Eine bundesweite Allianz für mentale Gesundheit
Die Mental Health Alliance ist eine wachsende Gemeinschaft von Entscheidungsträger:innen und Gestalter:innen, die sich gemeinsam für ein präventiv ausgerichtetes, vernetztes und wirksames System der mentalen Gesundheit einsetzen, co-initiiert und unterstützt von der alv Foundation, der Beisheim Stiftung, Bertelsmann Stiftung, krisenchat, ProjectTogether und der Robert Bosch Stiftung. Sie wird von einem breiten Netzwerk aus Versorgung, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft getragen.
Eine Auswahl an Gestalter:innen
»Gesundheit von Anfang an – weg vom Krankheitsfokus: Nur wenn wir wissenschaftliches Wissen in die Praxis bringen – zu werdenden Eltern, in Kitas, Schulen und Familien –, können wir Prävention erfolgreich gestalten. Kinder und Jugendliche müssen eine Stimme haben: Ihre Wünsche und Anliegen sollten Forschung und Praxis mitgestalten, damit unsere Maßnahmen Wirkung entfalten.«
»Die weltweite Youth Mental Health Crisis hat uns auch in Deutschland an einen Kipppunkt in der psychosozialen Versorgung junger Menschen geführt. Teilweise unendliche Wartelisten führen zu Frustration, schließen die Bedürftigsten aus und erhöhen das Risiko für Chronifizierung. ›More of the Same‹ wird uns hier nicht weiterführen, es braucht Innovationen aus den Systemen, zusammen mit den wesentlichen Akteuren. In diesen Allianzen liegt unsere Chance für den nötigen Wandel.«
»Der dringende Handlungsbedarf im Bereich der psychischen Gesundheit erfordert koordinierte Lösungen auf allen Ebenen des Stepped-Care-Modells. Prävention im Kindes- und Jugendalter ist dabei besonders zentral: Wer mentale Gesundheit frühzeitig mit Bildung verknüpft, schafft die Grundlage für nachhaltige und wirksame Prävention – eine Investition in gesunde Erwachsene und in die Zukunft unserer Gesellschaft. Die Mental Health Alliance bündelt unsere Kräfte und Expertise um die psychische Gesundheit aller langfristig zu stärken.«
»Den Kindern und Jugendlichen in unserem Land geht es nicht gut – das zeigen die Studien und Reporte der DAK-Gesundheit sehr deutlich. Psychische Erkrankungen nehmen zu, problematische Social-Media-Nutzung wächst und viele junge Menschen fühlen sich einsam. Daraus entsteht ein klarer Auftrag zum Handeln. Deshalb schließen wir uns der ‚Mental Health Alliance`an. Mit diesem Bündnis kommen erstmals alle zentralen Akteure an einem Tisch zusammen. Unser gemeinsames Ziel: Mentale Gesundheit früh stärken und Erkrankungen vorbeugen.«
»Gerade im Epochenbruch wird sichtbar: Mentale Gesundheit ist das Fundament für Selbstwirksamkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Resilienz. Ein Health for All Policies-Ansatz bedeutet, mentale Gesundheit in allen politischen Entscheidungen mitzudenken – und ein System zu gestalten, das stärkt, bevor es behandelt. Besonders dort, wo Lebensläufe beginnen: bei Kindern und Jugendlichen. Die Mental Health Alliance macht diesen Anspruch konkret. Sie verbindet Wissen, Praxis und politische Verantwortung zu einem eindrucksvollen gemeinsamen Handlungsrahmen.«
»Wir sehen jeden Tag, dass es an ausreichender psychosozialer Versorgung für Kinder und Jugendliche fehlt – in der Psychotherapie ebenso wie in Schulen. Zu viele Kinder warten zu lange auf Hilfe oder erhalten sie gar nicht. Doch so wichtig der Ausbau dieser Angebote ist: Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, Symptome zu behandeln. Wenn wir es ernst meinen mit der psychischen Gesundheit junger Menschen, müssen wir die Ursachen in den Blick nehmen – Armut, soziale Unsicherheit oder belastende Strukturen in Institutionen wie Schulen. Nachhaltige Prävention heißt deshalb, sowohl Versorgungslücken zu schließen als auch die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen grundlegend zu verbessern.«
»Mentale Gesundheit wurde und wird noch immer oft ohne junge Menschen verhandelt und besprochen. Dass die Mental Health Alliance vorangeht und erkennt, dass zu den wichtigen Akteuren bei mentaler Gesundheit auch die Gruppe mit den meisten Betroffenen gehört, ist – wenn auch im System längst überfällig – ein großer Schritt. Nur wenn wir systemisch zusammenarbeiten, können wir Systeme verändern.«
»Die psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen deutlich zu. Angst, Depression und soziale Isolation sind längst keine Randphänomene mehr, sondern eine zentrale Herausforderung für unser Gesundheitssystem. Die Mental Health Alliance bündelt Expertise, stärkt Prävention und fördert sektorenübergreifende Zusammenarbeit – genau das, was wir jetzt brauchen. Der Öffentlicher Gesundheitsdienst spielt dabei eine Schlüsselrolle: nah an Schulen, Familien und Kommunen kann er frühzeitig unterstützen und vernetzen. Mentale Gesundheit ist keine Zusatzaufgabe – sie ist Kern öffentlicher Verantwortung. Jetzt handeln!«
»Wir brauchen eine Alliance, weil psychische Gesundheit kein Randthema mehr sein darf – sie ist die Basis für Teilhabe, Bildung, Arbeitsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Allianz baut stabile Brücken zwischen Menschen aus Wissenschaft, Klinik, Politik und Praxis. Und egal wie man es dreht und wendet: Es lohnt sich hier zu investieren.«
»Wirksame Maßnahmen zur Prävention von psychischen Erkrankungen dürfen sich nicht auf individuumszentrierte Ansätze und das Gesundheitssystem beschränken, sondern müssen strukturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen im Sinne eines Mental Health in All Policies-Ansatzes systematisch gestalten.«
»Wir müssen Brücken bauen zwischen Prävention, Frühintervention und Therapie. Im Interesse der Betroffenen – denn die bestehenden Versorgungsstrukturen stoßen längst an ihre Grenzen. Stepped Care statt more of the same heißt: Unterstützung früher, passgenauer und abgestimmt zu organisieren. Die Mental Health Alliance bietet dafür einen wichtigen Raum, um diese Logik gemeinsam weiterzuentwickeln.«
Eine Allianz aus vielen Perspektiven
In der Mental Health Alliance engagieren sich Menschen und Organisationen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Versorgung und Zivilgesellschaft, um mentale Gesundheit strukturell zu stärken.
Gemeinsam arbeiten wir daran, dass mentale Gesundheit nicht länger ein Randthema, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil von Bildung, Gesundheit, sozialer Infrastruktur und gesellschaftlicher Teilhabe wird.
Co-initiiert und unterstützt von
Die operative Umsetzung der Allianz
Die Mental Health Alliance baut auf bestehender Praxis, Verantwortung und Erfahrung auf. Wenn du unsere Vision und Haltung teilst und Interesse hast, unsere Arbeit zu verfolgen und gegebenenfalls informiert zu werden, kannst du hier Dein Interesse bekunden.